in Kultur – Allover

Denis Scheck – Druckfrisch (Kulturtage Brauerei Ganter)

Auf das Freiburger Kulturpublikum kann man sich auch an einem zugigen Sonntagabend verlassen. Der Saal praktisch ausgebucht, um einem kleinen und runden Mann zuzuhören, der eine Meinung über Bücher hat. 90.000 neue deutsche Buchtitel jedes Jahr, da ist jede Form von Hilfe willkommen, um die Flut zu sichten.

Charmant witzelt der Stuttgarter Denis Scheck zu Beginn über das Fußballerebnis (nach dem 2:1 gegen Stuttgart verlorenen DFB-Pokal-Halbfinale von vergangenem Mittwoch eine Ergebniswiederholung heute in der Bundesliga). Man spürt, hier sitzt nicht nur ein Literaturkritiker, sondern auch ein Mensch. Dann aber schlägt die ganze Wucht jahrzehntelanger Literaturkenntnis und klassischer Bildung zu, lässig benutzt er Worte wie Larmoyanz und Syzygie, springt durch die Bestenliste aller verkauften Bücher nicht ohne vorher auf die Sinnlosigkeit einer Bestesellerliste zu verweisen: „Wenn Sie aus den 10 meistgekauften Mahlzeiten in Deutschland auswählen müssten, würden Sie doch auch nicht erwarten, etwas wirklich leckeres zu bekommen“ ist sein passender Vergleich.

Bei seinem letzten Auftritt auf der Buchmesse war er mir schon so sympathisch, dass ich den Wahlspruch „sexy qua Intelligenz“ ausgab, diesen kassiere ich doch wieder ein. Aber auf jeden Fall ungeheuer sympathisch und unzweifelhaft ein klarer Beweis für intelligentes Leben auf diesem Planeten. Und obendrauf noch jede Menge Lacher und interessante Buchtipps, ein gelungener Sonntagabend.

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Vom Guten, Schönen, Wahren

Druckfrische Neuerscheinungen präsentiert von Denis Scheck

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Bild: Das Erste

 

Denis Scheck bricht eine Lanze für das Lesen und für gute Bücher. Er ist ein Agent im Auftrag der Literatur, ein „Streiter für das Schöne, Wahre, Gute“: Schlimmen Werken der Literatur gibt er gern mal eins auf den Bücherrücken. Der Moderator lobt und lästert über aktuelle Bestseller, spricht Empfehlungen aus, sagt aber auch, welche Bücher reine Zeitverschwendung sind.
Denis Scheck hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. „Ich kann mir ohne Bücher kein irdisches Glück vorstellen“, bekennt der Literaturkritiker frei nach einem Zitat von Arno Schmidt. Scheck ist nicht nur als Literaturredakteur beim Deutschlandfunk bekannt. Er ist auch Moderator der ARD-Büchersendung „druckfrisch“, in der er forsch-frech und lustvoll Bücher lobt, sie aber auch genauso meinungsfreudig und mit Furor in die Mülltonne tritt. Seine Profession: scharfzüngige Literaturkritik zwischen Kabarett, literarischem Feuilleton und Videoclip, für die er im Jahre 2011 – gemeinsam mit dem Regisseur Andreas Ammer – mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde.
Freuen Sie sich auf einen unterhaltsamen Abend mit Denis Scheck und neuen Büchern.

Denis Scheck, geboren am 15.12.1964 in Stuttgart, lebt in Köln.
Studium der Germanistik, Zeitgeschichte und Politikwissenschaft in Tübingen, Düsseldorf und Dallas. Arbeitete als literarischer Agent, Übersetzer und Herausgeber (u.a. von Michael Chabon, Robert Stone, Harold Brodkey, Ruth Rendell, David Foster Wallace) und freier Kritiker, seit 1996 Literaturredakteur im Deutschlandfunk; 2000-2002 Mitglied der Jury des Ingeborg-Bachmann-Preises, 2004/2005 Gastprofessor für Literaturkritik an der Georg-August-Universität Göttingen, 2006 Mitglied in der Jury des Deutschen Buchpreises. Herausgeber der „Mare-Bibliothek“ und von „Arche Paradies“; seit 2003 Moderator des ARD-Literaturmagazins „Druckfrisch“.
Autor diverser Sachbücher, zuletzt zusammen mit Eva Gritzmann: „Sie & Er: der kleine Unterschied beim Essen und Trinken“.
Auszeichnungen: Sonderpreis zum Hajo-Friedrichs-Preis 2012, Deutscher Fernsehpreis 2011, Übersetzerbarke 2007, Kritikerpreis des deutschen Anglistentages.

 

Datum So., 21. April 2013, 19:00 Uhr
Ort Ganter Brauerei,
Schwarzwaldstr. 43, D – 79117 Freiburg
Preis Euro 9,– / 7,– ermäßigt