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in Reisen – Vietnam

Vietnam 13.02. bis 02.03.2012

Ein Reisetagebuch

11.02.2012 Wir sind dann mal weg

Ihr Lieben,

es ist soweit … der Rucksack ist … äh … gestopft, die Wohnung gestaubsaugt (kaum zu glauben), die Reste sind aufgegessen.
Wir sind dann mal weg: Nach allem, was wir gelesen haben, ist Vietnam ein sehr internetaffines Land – wenn wir also dazu kommen,melden wir uns von unterwegs.
Sorry an die, bei denen wir uns nicht mehr gemeldet haben, wir holen es nach, wenn wir zurück sind.
Ansonsten, passt auf euch auf, habt Sonne im Herzen

S+L

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA

14.02.2012 Grüsse aus Vietnam

Hallo Ihr,

wir sind gut angekommen, wenn auch mit Kulturschock. Als Asienanfaenger kam uns gestern unser Hotelzimmer wie eine Oase im Meer des Wahnsinns vor, in das wir uns dann trotzdem wacker gestuerzt haben. Noch nie haben wir uns irgendwo so fremd gefuehlt und weder Erzaehlungen noch Reisefuehrer konnten uns unterm Strich auf das vorbereiten, was uns umgibt.
Aber es ist auch ungemein aufregend, gestern Nacht konnten wir gar nicht schlafen vor lauter Bildern, die sich uns eingebrannt hatten.
L sieht die Strassenueberquerung sportlich, nimmt meine Hand und schon stehen wir in einem Meer knatternter Mopeds und setzen einfach einen Fuss vor den anderen. So werden wir das einfach in allen Belangen weiter handhaben, wir melden uns wieder,

liebe Gruesse

S+L

Hauptsache es hält

Hauptsache es hält

Und in der Dämmerung mit dem Moped noch beim Bäcker vorbei...

Und in der Dämmerung mit dem Moped noch beim Bäcker vorbei…

... oder doch lieber Grill mobil?

… oder doch lieber Grill mobil?

Eine kräftige Suppe geht immer

Hier lebt das Essen noch … Hauptsache frisch

Obst in Ordnung

Onkel Ho war zur Auffrischung in Russland

Gelebter Taoismus

Trägt der Mann die Orden oder halten diese den Mann?

Valentinstag in Hanoi … Nachtverkehr

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Auch der Gehweg ist gefährlich

 

16.02.2013 Wir ziehen weiter

Und weiter geht die wilde Fahrt … ihr Lieben, morgen frueh verlassen wir Hanoi in Richtung Halong Bay. Wir wissen nicht, wann wir das naechste Mal so komfortabel ins Internet kommen, darum nochmal einige Impressionen von hier.
Wir haben uns recht gut eingelebt, das menschliche Hirn ist doch erstaunlich, was am Anfang fast nicht zu verarbeiten war, ist nach nicht mal 48 Stunden schon gefiltert.
Wir sind gelaufen und gelaufen (das machen hier nur Arme und Touristen) und haben viel gesehen (Museen, Wasserpuppentheater, Markthalle, ganz viel Essen an und auf der Strasse). Die letzten zwei Tage habe ich L zur Verzweiflung getrieben, da ich unbedingt das Historische Postamt sehen wollte, aber nicht finden konnte. Heute nahmen wir einen erneuten Anlauf und standen wieder in einer Betonhalle, alle versicherten uns nochmals, dass das wirklich das Postamt sei (wir sind dankbar fuer die Brocken Englisch, die hier fast alle sprechen, fuer Hintergrundinformationen und komplexere Fragen genuegt es leider nicht). Tja, beim Luxus-Verzweiflungskaffee beschlich mich ein Verdacht, den der Reisefuehrer bestaetigte, richtiges Land, falsche Stadt: Das Postamt ist in Saigon.
Gestern wollten wir noch den lieben Onkel Hoh-Chi-Minh in seinem Mausoleum besuchen, aber leider weilt die Mumie derzeit in Russland bei der jaehrlichen Generalueberholung mit Bruder Lenins Mumie. Nunja, eigentlich wollte er eh verbrannt werden und die Partei beschloss, die Weisung ihres geliebten und fuer seine Bescheidenheit bekannten Fuehrers schlichtweg zu ignorieren und baute ein in den Ausmassen kommunistisches Mausoleum. So haben wir uns an dieser Ignoranz wenigstens nicht beteiligt.
Dafuer waren wir dann im Ho-Chi-Minh-Museum, das natuerlich eine unendliche Erfolgsgeschichte der Partei und des Volkes gegen den imperialistischen Feind zeigt. Die Wortwahl wirkt stark von gestern, besonders angesichts des brummenden Kapitalismus ringsum. Aber immerhin gibt es auch ein Frauenmuseum hier und L hat sich wirklich sehr gefreut, dass er mit rein durfte *zwinker.
So, das soll es gewesen sein, ihr muesst das in eurem Alltag ja auch noch alles Lesen, also versuche ich mich zu beschraenken.
Nur das noch: Ich habe vorhin in einem kleinen franzoesisch-vietnamisischen Restaurant so was leckeres gegegessen, einen Grapefruit-Shrimps-Salat. Reife und filetierte Grapefruit, Sprossen, Gemuese, frische in Knoblauch angebratene Shrimps (leicht warm), frischer Koriander, angeroestete Erdnuesschen und ein leckeres Dressing. Ahhh, schmecke es immer noch…

Zurueck aus der Halong-Bucht werden wir den Nachtzug nach Hue nehmen, wir melden uns wieder, lasst es euch gut gehen,

S+L

Durch diese hohle Gasse … Auszug aus Hanoi

20.02.2012 Dem Sueden entgegen

Liebe Freunde,

unsere erste Woche ist vorueber, hier sind wir wieder. Nachdem wir einen deutlichen Abstieg bei der Hotelklasse gemacht haben (merke> nicht ueber das Hotel vorbuchen) schreibe ich heute aus einer zugigen Hotelhalle in Hue. Aber wie immer unterwegs haben wir gutes Essen und nette Menschen gefunden.

Zuerst einmal vielen Dank an die fuer die kleinen und grossen Rueckmeldungen, die uns unterwegs erreichen. Auch wenn wir es nicht schaffen, immer einzeln zu antworten, freut uns das natuerlich als Gruss von zu Hause. Ein Hoch auf das Internet…

Gestern war ich krank, heute L, dann kann es ja morgen weiter gehen…
Wir haben leider Regen ueber dem Weltkulturerbe der alten Kaiserstadt (die wir natuerlich trotzdem besichtigt haben) und hoffen morgen auf besseres Wetter in Hoi An. Den ersten Nachtzug haben wir gut ueberstanden, nun sind die Zuege tatsaechlich ausgebucht und wir stellen uns dem Nachtbus, nach Hoi An geht es dann weiter an den Strand von Nha Trangh, dort machen wir ein paar Tage Auszeit (und das Hotel suchen wir vor Ort aus, wenn wir das Zimmer gesehen haben).

Anbei mal wieder ein paar Impressionen von unterwegs, denkt euch den Sonnenschein dazu.

So, ich gehe jetzt nach L sehen, bis bald und liebe Gruesse

S+L

Halong Bay … verwunschene Stille war gestern

Diese Bank schwimmt immer oben

Peace to everyone

Da hat es mir das erste Mal den Magen umgedreht

Ein bisschen passt immer noch drauf

Gute Sicht wird allgemein überschätzt

Gute Sicht wird allgemein überschätzt

Noch´n Grill

Angelsport international

25.02.2012 Neue Reiselust

Ihr Lieben,

wir hoffen, ihr seid alle wohlauf. Es kommt uns vor, als haetten wir uns ganz lange nicht gemeldet, aber wahrscheinlich liegt das nur daran, dass sich die Zeit auf Reisen so dehnt, waehrend sie daheim fliegt. Hier sind wir schon im letzten Reisedrittel, bald wird es auch fuer uns viel zu schnell gehen.
Unsere letzte Mail klang ein wenig nach Reisedepression und das war auch so. Am naechsten Tag brachen wir auf und siehe da, mit den ersten Sonnenstrahlen kam das Meer in Sicht und gleich sah alles viel romantischer aus. Verschwunden war die kriechende Feuchtigkeit des Nordens, die scheinbar in jedem Gebaeude zu spueren war und auch wir waren koerperlich wieder frischer.
Hier mein Versuch eines echt kurzen Berichtes, wer keine Zeit hat kann ja Bilder gucken…

Zwar ist Reisen an sich eine Meditationssache in Vietnam, der Bus ueber Berg und Tal brauchte fuer 230 Kilometer 5 Stunden, aber was solls, wir mussten es ja nicht laufen. Angekommen in Hoi An waren wir zum ersten Mal an einem Ort, den wir am liebsten nicht mehr verlassen haetten. Ein historischer Dorfkern, gesperrt fuer Autos und MOPEDS!, ein Fluesschen mit Uferpromenade zum flanieren und etwas ausserhalb ein schoener Strand mit Palmen, kleinen Kaffees und kostenfreien Sonnenliegen mit Getraenke-Bringservice, das ganze voellig ruhig und gelassen. Auch den Menschen scheint es hier besser zu gehen, die Haeuser haben kleine Gaerten, den obligatorischen Altar und sehen ganz gepflegt aus. Wir haben eine Bootsfahrt gemacht, eine versunkene Tempelanlage im Dschungel besucht, gebadet und gegessen.
Nur geschlafen haben wir wenig. Beim Einchecken in unser schoenes Hotel mit offener Bauweise (keine Fenster, nur hoelzerne Lueftungsgitter, da die Temperaturen eh nicht unter 20 Grad sinken) konnten wir nicht sehen, dass unser Zimmer zwischen zwei Hindu-Tempel gebettet war, nur beim Mittagsschlaefchen hat die groesse Trommel gestoert, die unser Zimmer viertelstuendlich vibrieren liess.
Ich war gleich am ersten Tag so entzueckt von diesem Ort, dass ich keine Muehen gescheut und unsere Busbuchung verschoben habe, um noch einen Tag hier zu gewinnen und frohen Mutes gingen wir an diesem ersten Tag ins Bett. Um um 5 Uhr 30 !!! schreckten wir auf, es erscholl solch ein ohrenbetaebender Laerm, das wir die Ursache zuerst gar nicht zuordnen konnten. Es war irgendwie Blasmusik zwischen indisch und Guggenmusik, voellig schraeg, wahnsinnig laut und abgeloest von beschwoerendem Singsang, der metallen aus Lautsprechern direkt unter unserem Zimmer quoll. Verstoert und auch ein wenig auf der Suche nach einem Ausweg irrte ich durch den Hotelflur, als mich eine Putzfrau am Aermel packte, stolz zu einem Fenster zog und mir die Zeremonie zeigte. Das ganze dauerte ein Stunde und anschliessend waren wir dermassen wach, dass wir das erste fruehe Fruehstueck unseres Urlaub einnahmen. Immerhin auf dem offenen Dach des Hotels mit Blick ueber die Stadt. Das Personal versicherte uns spaeter, es haette sich um einen Feiertag gehandelt, also fielen wir am zweiten Tag muede und ahnungslos ins Bett. Freunde, es war 4 Uhr 45 am zweiten Morgen, als der andere Tempel zum Gegenschlag aushohlte. Wir dachten nicht, dass irgendetwas lauter sein konnte als die Musik des Vortages, aber klarer Fall von Irrtum. Ich habe einen Beweis mit meinem Handy aufgenommen, freut euch schon jetzt auf das Vorspielen! Das glaubt einem sonst naemlich kein Mensch. Dunkel erinnerte ich mich zwischen meinen Lachkraempfen unter dem Kopfkissen an einen Bericht ueber Shaolin-Moenche, die um vier Uhr morgens beten, da dass die Stunde ist, in der der Mensch am offensten ist. Ich bestaetige dies und muss sagen, das sich das Geleiere nach einiger Zeit so in mein Hirn gefressen hatte, dass ich nach dieser Stunde wir in Trance dachte, ich muesse die ganze Zeit summen … schoen war es trotzdem in Hoi An und wir nahmen das ganze noch sportlich, andere Menschen muessen lange Tagesausfluege machen fuer solche Erlebnisse, wir bekamen sie frei Haus.

Immerhin machte dieser ganze Krach den Abschied leichter und wir begaben uns zum Nachtbus nach Nah Trang. Ich hatte schon viele Geschichten ueber diese Busse gehoert und eigentlich noch bis zuletzt nach einer Alternative gesucht, aber die Sleeping Busses sind die billigste Art sich Fortzubewegen und man kann unabhaengig von Bahnstrecke und Flughafen an jedem Ort zu- und aussteigen. Also, Reisen heisst Erfahrungen machen, haben wir ein Ticket gekauft.
Was soll ich sagen, ich bin zu alt fuer sowas. Das war wirklich grauenhaft, eingepfercht in ein System von Liegen mit Fusssaecken, die fuer die meisten Touristen gar nicht lang genug waren, drei Reihen, zwei Etagen in einem normalen, wenn auch abgetackelten, Reisebus, ich hatte neben mir auf dem blanken Boden des Mittelgangs noch einen Kindermoench und einen anderen Reisenden liegen und staendig einen fremden Ellenbogen oder Fuss am Koerper, die Klimaanlage war direkt auf meinen Kopf gerichtet und liess sich nicht verstellen, also atmete ich flach unter meinem Handtuch und versuchte, die Trance des Morgens in mir zu finden und die 12 Stunden (fuer 550 Kilometer) zu ueberstehen. Aber als Ausgleich zu meiner Jammerei sei auch gleich gesagt, L hat sich mit schwarzwaelder Gleichmut in den Bus gelegt und geschlafen, waehrend ich ueber die verschiedenen Foltermethoden durch Bewegungsentzug nachdachte. Trotzdem er es nicht schlimm fand kann ich nur sagen: Einmal und nie wieder, mache ich nicht mehr, fertig. Habe schon die naechsten Etappentickets gekauft, es geht weiter per Nachtzug – das Wissen, dass ich zur Not auch aufstehen und in den Gang stehen kann beruhigt mich so, dass ich schlafen kann.
Angekommen sind wir trotzdem, 6 Uhr am Morgen, mit aufgehender Sonne und einem Kaffee am Strand und alles war wieder gut…

Im Moment sind wir also in Nha Trang, langer Sandstrand, hervorragendes Essen (na gut, die Schlangenschlachtung, die heute vor unserem Tisch fuer die Tischnachbarn stattfand haetten wir nicht gebraucht, aber sonst ganz toll), 33 Grad Tagestemperatur, 25 Grad Wassertemperatur und wir haben beschlossen, noch drei Tage hier zu bleiben und einfach Strandurlaub zu machen. Nha Trang ist fest in russischer Hand (wenn es welche gibt, sind die Speisekarten zuerst auf vietnamesisch, dann auf russisch, danach auf englisch) , wir haben aber ein schoenes Hotel direkt am Strand, gegenueber von unseren Lieblingsliegen gefunden.
L schlaeft schon, das rumliegen in der Sonne schafft aber auch, ich folge gleich nach.

Jetzt noch ein paar Bilder fuer euch. Es ist immer schwer, sich in diesem Land der Fotomotive auf einige zu beschraenken, hier aber unsere Lieblingsaufnahmen>

Seid lieb gegruesst, bald sind wir wieder da

S+L

P.S.1: Heidi, sagst du Angelika, dass mir die Schuhe den Urlaub retten? Fast wie eine Gazelle bin ich darin…

P.S.2: Gaby und Roy, uns erinnert auch ganz viel an Suriname, der Erfindungsreichtum, die Faehigkeit zur Improvisation und der Lebensrhythmus nicht zuletzt. Witzig ist allerdings, wie viel Wert hier auf Qualitaet gelegt wird trotz relativer Armut. China ist nahe und trotzdem werden wenig Produkte gekauft. Die Wasserkocher sind von Philips, die Mopeds von Honda, die Mixer von Braun. Na gut, wahrscheinlich auch in China oder gleich hier in Vietnam produziert. Traurig ist allerdings, dass auch hier der Umgang mit den Ressourcen grosszuegig ist und alles einfach auf die Strasse geworfen oder in den Fluss gekippt wird. Allerdings ist Suriname da fortschrittlich, ich ziehe immer noch den Hut vor der Trinkwasserqualitaet, die bei euch aus der Leitung kommt. Hier kommt alles aus Wasserflaschen von Nestle und Pepsico.

Sonnenuntergang in Hoi An

Markt im Schatten

Mittagessen

Schlafen muss man, wenn man müde ist

Öfter mal ne Pause machen

Hoi An … berühmt für die bunten Lampions

Lampions bei Nacht

Tankstelle geöffnet

Siam Reap … Schönheit im Dschungel

Erst einen Kaffee

Mobiler Strandgrill

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Alt und neu

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Obst mobil

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Ei was haben wir denn da gefangen … einen Minikugelfisch

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Noch mehr Strand

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Der beste Krabbensalat ever

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Neee … muss nicht sein

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Bahnhofskiosk Nha Trang

01.03.2012 Way back home

Ihr Lieben,

unsere letzte Nacht in Vietnam und ein kurzer Gruss an euch, morgen Abend machen wir uns auf den Heimweg. L hat schon Visionen von einem Rothaus-Bier mit Wurstsalat und auch fuer mich ist es nun erstmal genug.

Von unserer Zeit in Nha Trang laesst sich nicht viel berichten, ausser baden, schlafen, essen, lesen – konsequentes beachen eben. Ich hatte bei der Abreise das Gewicht von Buechern eingespart und habe in Nha Trang zu meiner Freude einen Laden gefunden, der die literarischen Hinterlassenschaften der Touristen anbietet. So konnte ich in den fuenf Tagen im Schatten zwei Buecher lesen, die ich immer schon mal lesen wollte, die habe ich dann gleich wieder dort gelassen. Sehr gutes System…

Nun sind wir gestern in Saigon angekommen, haben hier schon sehr schlechte und sehr gute Erfahrungen gemacht. Heute sind wir mit dem Boot ein wenig ueber den Mekong geschippert, haben Kriegserinnerungen und die Stadt angesehen. Morgen noch Selbstorganisation und am Nachmittag brechen wir auf zum Flughafen. Wir hoffen, es ist nicht zu kalt, unsere alten Pullover hatten wir auf der Anreise in Frankfurt entsorgt (wir waren nicht die einzigen, dort stapelten sich verwaschene Wollpullis von vor 20 Jahren neben den Muelltonnen).

Am Samstag sind wir wieder zurueck, wir hoeren, sehen, berichten uns.

Noch ein paar Bilder von Saigon>

Liebe Gruesse und gute Nacht

S+L

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Saigon alt

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Saigon alt und neu

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Die von Eiffel erbaute Hauptpost von Saigon – ihr erinnert euch? Die, die ich in Hanoi gesucht hatte … jetzt aber in der richtigen Stadt

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Neue Frisur gefaellig? Warten auf Kundschaft beim Strassenfriseur

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Melancholisch … alt und neu

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Inhalt unbekannt

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Dynamik vietnamese … Frühsport

 

in Kultur – Allover

Buchmesse 2011

Zugegeben, das ist ein alter Text, der Vollständigkeit halber und weil ich ihn mag, habe ich ihn dennoch eingefügt.

13.10.2011 – Buchmesse 2011 (mit G und K *zwinker)

G hat einen multiplen Signalschaden. Sagt der Schaffner seiner Bahn, er komme 30
Minuten zu spät. Also seine Bahn. Nicht er. Der Signalschaden. Schreibt G per SMS
aus dem Zug.
Amüsiere mich noch mit K über das Wort, probiere es an vielen Beispielen unserer
Umgebung aus „Haha, ich hab da auch so einige Kollegen mit multiplem Signalschaden“,
die üblichen 20% von mir grübeln im Untergrund meines Kopfes über meinen eigenen
Signalschaden nach, ganz gelassen nebenher.
Es ist ein schöner Tag, wir haben soviel Zeit für die Buchmesse vor uns, 30 Minuten sind
völlig egal. Hauptbahnhof Frankfurt, wir warten auf G der die Tickets hat, holen uns
einen Kaffee und lassen uns von Menschen mit Rollkoffern umströmen.
Bei K und Ihren Kindern hatte ich die letzten zwei Tage verbracht. Bei manchen
Freundschaften weiß man ja nicht warum. Streckenweise oder auch länger. Sie andauern.
Wenn Sie es tun ist es schön, diese lange Zeit, die man sich kennt. Erzeugt Wärme. Abitur
haben wir zusammen gemacht, 1987. Ohne K hätte ich wohl 1988 gemacht, weil jemand
musste mich ja durch die Matheprüfung lotsen. Aber das ist ein anderes Thema. K und ihre

zwei Kinder von zwei Männern, 15 und 11, kenne beide von klein auf – gut
macht sie das unterm Strich. Völlig anders als ich und gut. Herbstferien in Hessen,
sie hat sich heute einen Tag frei von allem genommen und wir werden zu zweit auf
Entdeckungstour gehen, die Veranstaltungen, die uns interessieren, haben wir gestern
Abend in Begleitung einiger Getränke ausgesucht und ausgedruckt. Der „Lesbisch-schwule
Sektempfang“ kam zu späterer Stunde auf die Liste, mal sehen, wo die Füße uns hintragen.
Als G dann da ist, funktioniert unsere Kleingruppe schon unterwegs gut, ich kann
diverse „Kürzlich habe ich gelesen, dass…“ zum besten geben, immer in der Annahme,
dass sich auch der Rest der Menschheit für meine Wahrnehmungen interessiert. Auch
meinen momentanen Lieblingswitz von Vince Ebert werde ich los: „Mein Nachbar hat mir
das erklärt. Er ist nicht einfach nur faul, er ist ein trockener Workoholic“.
Mit G habe ich studiert. Naja, er zuende, ich habe ein halbes Vordiplom zustande
gebracht. Hier sehen wir den anderen Freundschaftstyp. Wie kann man sich in so vielen
Dingen so ähnlich sein und sich dabei so unterschiedlich entwickeln. Als ich ihn das erste
Mal sah, saß ich orientierungslos in der letzten Reihe der Einführungsveranstaltung
Psychologie und da ich ein Kind der Achtziger bin, sah das nach außen wahrscheinlich
emotionslos aus. G kam herein geschlendert (wirklich: geschlendert) und als er lachend
sein langes Haar zurück warf (er hatte gut lachen weil schon Anschluss gefunden und im
Gespräch mit anderen) konnte ich nur mit Mühe ein distanzierendes Aufstöhnen
unterdrücken. G war das egal, denn die Beobachtungsrichtung war einseitig und er
wusste nicht, dass ich da saß und ihn nicht mochte. Seit wir das erste Mal miteinander
sprachen, sind wir befreundet. Auf der Buchmesse hat er ein paar geschäftliche Termine,
denn G ist auch Autor. Ja, ein Autor der auch schon mehrfach veröffentlicht hat. Und
mein Freund. Habe es ja schon immer gewusst.
Beschließen ein paar mögliche Treffpunkte, verlassen uns auf die Handys und trennen uns
auf der Messe.
Das Buchmessegelände. Menschen, erfüllt von Ihrer Bedeutung, stehen an Ständen und
führen wichtige Gespräche. Sausen auch gerne mal hektisch durch die Gänge auf dem Weg
zum nächsten wichtigen Termin. Weil es hier um Bücher und nicht um Tapetengroßhandel
geht, mag ich den Menschen die Bedeutung zusprechen. Mensch, da werden die erleichtert
sein, dass ich sie nicht albern finde, Glück gehabt. Bin sogar neidisch, weil wäre auch gerne
ein wichtiger Mensch auf der Buchmesse, bei dem ein Raunen durch die Leute geht „Boah,
haste gesehen, da vorne geht die R, was die anfasst wird ein Besteller, sieht ein
bisschen arrogant aus, soll aber ein ganz interessanter Mensch sein“. Da ich das auf der
anderen Seite gerne nur für fünf Tage Buchmesse hätte und für die anderen
dreihundertsechzig Tage mein eigenes Leben bevorzuge, geht das unterm Strich wohl in
Ordnung wie es ist.
Bei „Tasting Wines of Brasil“ treffen wir G wieder. Die Standnummer hat er sich
gleich gemerkt. Auch wenn er sagt, er sei Nummernautist, ich denke es hat auch mit der Art
der Veranstaltung zu tun. Er hat Vorsprung und steht ganz zufrieden mit seinem
Rotweinglas da, wir holen auf.
Beschließen, noch bei dem Interview mit Charlotte Roche auf dem blauen Sofa vorbei zu
gehen. Hatte uns zwar gestern bei der Vorauswahl nicht interessiert, ist ja alles nur
Selbstvermarktung, aber liegt fast auf dem Weg. Und ist dann doch so interessant, dass wir
bis zum Ende bleiben. Außerdem interviewt Luzia Braun. Wenn ich es mir aussuchen
könnte, wäre ich gerne dieser Frauentyp. Äußerlich. Im Auftreten. Ist nur leider sozusagen
das andere Ende der Skala.
Aber Charlotte Roche gewinnt im persönlichen Auftritt, wirkt authentisch und ehrlich und
man scheint einer persönlichen Kontaktaufnahme beider Interviewpartner beizuwohnen und
nicht dem Abarbeiten eines Fragenkataloges.
K und ich ziehen weiter. In diesem Jahr ist Island Ehrengast, mal sehen, was sie aus
Ihrem Pavillion gemacht haben. Argentinien im letzten Jahr war kühl, Island empfängt uns
mit nordischer Wärme. Der große Raum ist dunkel wie der nordische Winter, überall leuchtet
warmes Licht, Kerzenatmosphäre über den großzügig verteilten Holztischen zwischen
Bücherregalen, die zum Verweilen einladen. Das haben sie schön gemacht, die Isländer,
eine Leseoase.
Lassen uns über die Messe treiben, ich habe die schicken Stiefel schon lange gegen die
Not-Flipflops aus meiner Handtasche getauscht.
Ich liebe die Buchmesse, am Dr.-Oetker-Stand stehen wir plötzlich neben Johan Lafer und
Sarah Wiener (auch wir sind natürlich inzwischen von diesen ganzen Kochsendungen
gelangweilt, aber toll ist das dann doch), Dieter Moor sitzt auf der Agora ganz
selbstverständlich auf der Bierbank und isst etwas, Ruth-Maria Kubitschek kreuzt unseren
Weg. Überall blitzen Gesichter auf, die man irgendwoher kennt und in großer
Selbstverständlichkeit können sich auch die bekannten Menschen frei bewegen, als wäre
die Buchmesse eine Art Shared Space den man sich teilt und gemeinsam nutzt.
Beim Poetry Slam, den wir uns einfach mal anschauen wollen, gibt es Sitzplätze. Erst
wollen wir nur mal schauen, dann bleiben wir und sind begeistert. Nicht nur wegen der
Schonung unserer Füße. Sondern wegen der Jungs. Der Texte. Noch gestern Abend war
ich Karin gegenüber der Meinung, dass ich mir mehr Empörung und Engagement bei den
Jugendlichen wünschen würde statt des Desinteresses und dem Rückzug ins Private.
Schwerer Fehler, wieder geirrt. Tilmann Döring, geschätzte 18, legt Texte und einen Auftritt
vor, die mich schwer beeindrucken. Vorgestellt wird als Altvater Torsten Sträter, der aus
seinem Buch „Der David ist dem Goliath sein Tod“ die Struppi-Geschichte liest. K und
ich lachen Tränen, in mir keimt die Idee, es mit humoristischen Kurztexten zu probieren.

Rückfahrt mit der Bahn. K ist schon aufgebrochen, G und ich sitzen am Bahnsteig,
ein Döschen mit Asiafood in den Händen, ein Viertelchen Wein im Rucksack für die Fahrt.
Erschöpft und zufrieden ziehen wir Resümée, wir waren dabei an diesem Kulturtag.
„An Bahnsteig 6, der ICE 876 wird wegen verspäteter Bereitstellung leider ca. 20 Minuten
später eintreffen“. In der Erkenntnis, dass wir unseren Anschlusszug verpassen werden und
weil unsere Körper glutamatüberschwemmt sind, machen wir den Wein bereits am
Bahnsteig auf. Egal, kennt uns ja niemand hier und Bukowski ist auch berühmt geworden.
Die Theorien, was eine verspätete Bereitstellung verursacht haben könnte, werden wilder.
Aber, ganz am Ende dieses Tages, macht mir die Durchsage des badischen Schaffners auf
dem letzten Stück der Heimreise klar, ich teile meine Lebensphilosophie mit der Deutschen
Bahn und überhaupt, sind wir alle eine große Familie: „Sehr geehrte Zuggäste, wegen
verschiedener Verschiebungen im Zugverkehr fahren wir jetzt erstmal zu und schauen dann,
was sich im weiteren Reiseverlauf an Verbindungen ergibt“.

in Reisen – Suriname

Suriname (Südamerika) 2009

Suriname Februar und März 2009

Allgemeine Informationen

Suriname (surinamisch: Sranan [sra:ˈnaŋ]) ist ein Staat in Südamerika.

Er grenzt im Norden an den Atlantischen Ozean, im Osten an Französisch-Guayana, im Süden an Brasilien und im Westen an Guyana. Das Land verdankt seinen Namen wahrscheinlich dem Stamm der Surinen, der durch die Arawak aus diesem Gebiet vertrieben wurde. Nationalfeiertag ist der 25. November, der Tag der Unabhängigkeit von den Niederlanden im Jahr 1975.

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Flagge
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Kurzdaten
Hauptstadt: Paramaribo
Staatsform: Präsidiale Republik
Währung: 1 Suriname-Dollar (SRD)
= 100 Cents
Fläche: 163.000 km²
Bevölkerung: 437.000
Sprachen: Niederländisch (Amtssprache), Englisch (weit verbreitet), Sranang Tongo
Religionen: Hindus 27,4 %, Muslime 19,6 %, Katholiken 22,8 %, Protestanten 25,2 %
Telefonvorwahl: +597
Internet TLD: .sr
Zeitzone: MEZ-4,5h; MESZ-5,5h

 

 

Suriname Februar und März 2009 – Reisenachtrag

 Von Cayenne nach Saint-Laurent

Diese Reise habe ich nach Karte geplant. „Ach komm, der Weg ist das Ziel und es sind ja nur 500 Kilometer“ untermauerte ich logisch meine Idee, über Französisch-Guyana einzureisen statt direkt in Surinames Hauptstadt Paramaribo einzufliegen. Wer noch nicht in den Tropen Südamerikas gereist ist, kann diesen Irrtum machen, Luftlinie 500 km zwischen Cayenne und Paramaribo, wie schwer kann das schon sein.

In Paris werfe ich in einer melodramatischen Geste meine Zigaretten weg, mein Leben als Nichtraucherin beginnt jetzt, eine Handlung die ich noch 48 Stunden bitterlich bereuen werde, das werde ich erst in zwei Jahren schaffen.

In Cayenne lassen wir uns abholen und übernachten auf einer Farm außerhalb. Alles ist ein wenig depressiv, die Farmbesitzer leben von Touristen, die in den Sümpfen hinter der Farm seltene Fische fangen, weil sie sie von hier ausführen dürfen. Die Hunde haben Räude, die Besitzer sprechen von der Kriminalität auf dieser Schneise nach Brasilien, ein hoher Zaun umschließt das Gelände.  Der Komfort ist minimal, wir sind müde, die Netze zum Glück geflickt, essen, schlafen, mehr geht nicht mehr. Boah, ich vermisse meine Zigaretten und weit und breit keine Behausung und kein Kiosk und alle hier sind Nichtraucher.

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Zimmerausstattung Basic

Am nächsten Morgen lassen wir uns zum Busbahnhof fahren (siehe Bild unten), das hätten wir alleine nie gefunden, den Bus in der Nebenstraße. Mein Französisch ist bejammernswert, etwas misstrauisch laden wir unsere Rucksäcke in den Bus, Abfahrt unbestimmt, gefahren wird wenn voll ist. Mit Händen und Füßen gibt uns der Fahrer zu verstehen, wir können die nächsten zwei Stunden nicht mit Abfahrt rechnen. Wir streifen etwas nervös durch die Nebenstraßen, sicherheitshalber im Halbstundenabstand am Bus vorbei. Darum mehr Bilder von Cayenne am Ende, da haben wir uns auf dem Rückweg nochmal Zeit dafür genommen, aber zumindest einen Tabakladen habe ich gefunden. Das dazu…

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Mit diesem Busse wirst du fahren – irgendwann

Wir wollen von Cayenne über die N1 an Kourou vorbei nach Saint-Laurent-du-Maroni, das direkt am Grenzfluss zu Suriname liegt (richtig geraten, der Fluss heißt dann folgerichtig Maroni). Die Straße dorthin hat zwar nur eine Spur in jede Richtung, ist ansonsten aber in hervorragendem Zustand. Wir sind mit schauen beschäftigt und die Zeit fliegt vorbei.

In Saint-Laurent treffen wir uns wir uns mit Freunden, die inzwischen in Paramaribo leben und uns soweit entgegen kommen und uns bei der Grenzüberquerung helfen wollen. Gaby, meine älteste Schulfreundin, ist über viele Stationen mit ihrem Freund hierher ausgewandert. Es bleibt spannend, werden sie da sein und werden wir uns finden? Es klappt, wie früher, ohne Handy, einfach nur mit offenen Augen sehe ich Gabys Silhuette plötzlich an einer Straßenkeuzung.

Saint-Laurent wurde 1858 als Strafkolonie gegründet, hier war das Durchgangslager auf die Teufelsinsel (es klingelt? Der Film Papillion?). Im Straßenbild sieht man das nicht, ein wenig Kolonialbau, große Verwaltungsgebäude, ein sehr schönes Café. Dank Gaby und Roy, der Ortskenntnis besitzt, sind wir nun auch ganz entspannt und in sicheren Händen. Die nun kommende Grenzpassage ist speziell, mit dem Holzboottaxi zur Grenzstation, Ausreisestempel holen, über den Fluss übersetzen, Einreisestempel holen, ich glaube nicht, dass wir uns alleine und mit meinem Französisch hier gut durchgefunden hätten.

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Klar zu erkennen: Das ist das Grenzhäuschen. Auf dem Rückweg werden wir es verschlossen finden und einen Fußmarsch zur Fremdenlegion hinlegen, um einen Einreisestempel in die EU zu bekommen.

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Am anderen Ende grüßt Suriname, aber zuerst über den Fluß nach Albina.

Von Albina in die Hauptstadt

Noch wissen wir es nicht, wenn wir in einiger Zeit den Rückweg antreten, werden wir für geraume Zeit die letzten Reisenden auf dieser Route sein. Kurz nach unserer Heimreise wird an diesem Grenzfluss die Gewalt eskalieren, es werden Menschen sterben. Hier wird alles geschmuggelt was sich in Boote packen lässt, es ist ein wilder Übergang aus Suriname und Südamerika in das EU-Land Frankreich mit seinem Departement Französisch-Guyana. Schon auf dem Hinweg haben wir keine Bilder in Albina gemacht, die Stimmung war latent gewaltbereit, man konnte es in der Luft spüren. Wir waren damals die einzigen Weißen, die wir auf dem gesamten Rückweg getroffen haben und froh, als wir das Nadelöhr dieser Grenze passiert hatten.

Das sollte aber die einzige wirkliche Gefahr dieser Reise sein. Ich betone an dieser Stelle ausdrücklich, dass wir ansonsten unwahrscheinlich viele freundliche und hilfsbereite Menschen getroffen haben. Wir sind mit gesundem Menschenverstand gereist, hatten viel Glück und außerdem ist die Menschheit meist besser als man denkt.

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Hier sind die EU-Gelder zuende – auf surinamischer Seite ist die Straße von Albina nach Paramaribo in schlechtem Zustand. Einige von diesen Wasserlöchern sind, unscheinbar sussehend, einen halben Meter tief, Achsbruch garantiert.

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Willkommen im Land der Schmetterlinge

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Unterwegs plötzlich Kunst im Wald

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Denkmal Moiwana 1986 – während des Bürgerkrieges zwischen dem surinamischen Militär und dem sogenannten Jungle Commando kam es zu einem Massaker in dem Dorf Moiwana. Hierbei töteten Angehörige des surinamischen Militärs 39 Personen, die meisten davon Frauen und Kinder. Nach diesem Massaker flüchteten Tausende Bewohner des östlichen Buschlandes nach Französisch-Guyana.
2005 hat der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte die Regierung von Suriname wegen der Massenmorde verurteilt. 2006 entschuldigte sich Präsident Ronald Venetiaan im Namen des Staates für das Massaker vom 29. November 1986 an den Maroons in Moiwana.

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Am Straßenrand

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Die große Brücke über den Fluss Suriname … willkommen in Paramaribo

 

Paramaribo

Im Jahr 1613 von zwei Niederländern als Handelsstation gegründet, empfängt uns Paramaribo heute turbulent. Die wechselvolle Kolonialgeschichte hat eine ganz eigene Holzarchitektur geschaffen, inzwischen gibt man sich große Mühe, die Substanz zu erhalten und zu restaurieren. Die Altstadt gruppiert sich um das alte Fort Zeelandia, das leider auch traurige Geschichten von Unterdrückung und späterer Diktatur erzählen kann. Heute ist es jedoch ein Anziehungspunkt in der Stadt, mit Platz zum Verweilen und einem hervorragenden Blick zu Waterfront und auf den Fluss Suriname.

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Wilhelmine wacht

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Der Präsidentenpalast

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Neuer alter Glanz

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Hier muss noch gearbeitet werden

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Das Haus unserer Freunde ist ziemlich sicher der schönste Neubau der Stadt. Die Fenster haben nur Holzläden, es wird nie kälter als 22 Grad und am Abend weht die Luft erfrischend durchs Haus. Sieht man, dass meine Freundin Architektin ist? Zweifellos…

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Die Hunde sind allerdings wirklich eine Plage, jeder hat zwei oder drei Hunde auf seinem Grundstück, die Köter bellen in ihrem Eingesperrtsein alles an was sich bewegt, nachts liegt ein permanentes Bellkonzert in der Luft. Irgendeiner fängt immer an und alle anderen machen mit. Die Hunde ohne Besitzer streifen in Rudeln durch die Straßen.

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Busbahnhof … einer von drei in der Stadt. Diese Busse sind fast der einzige öffentliche Nahverkehr

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Der Fähranleger, Nahverkehr per Boot

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Oh Tannenbaum … warum umdekorieren, die nächste Weihnacht kommt bestimmt

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Eine Maroonsfrau mit ihren wunderbaren farbenfrohen Tüchern

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Ja ei das kennt man doch

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Und das auch…

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Die römisch-katholische Kirche. Leider im Gerüst, man sieht nur mühsam die prachtvolle Holzkirche von 1883

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Und hier eine Lektion zum Thema Religionsfrieden. Suriname ist historisch ein Einwanderungsland, verschiedene Bevölkerungsgruppen (s.o.) und viele Religionen mischen sich. Hier steht die Synagoge und gleich nebenan, in völligem Frieden:

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die Moschee!

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Da wollen wir den Hinduismus nicht unterschlagen.

 

Essen ist in Suriname eine ähnlich bunte Mischung wie die Menschen selbst. Die Geschmäcker sind extrem, bunt und laut wie vieles in den Tropen, extrem scharf, extrem bitter und zusammen genommen unheimlich lecker.

Gestaunt haben wir auf dem Zentralmarkt, eine große Halle mit einer wilden Mischung aus Gemüse, Fisch und Fleisch, Handtäschchen, Stoff, Geschirr, Haarkämme etc. etc. In einer zweiten Halle sitzen die Kräuterfrauen aus allen Teilen des Landes und bieten für uns seltsame Kräuter und Elixiere an. Hier stoßen wir an die Sprachgrenzen, aber das Gelächter und die Gesten der Frauen, die Ludwigs Größe bestaunen und ihm herausfordernd allerlei Tinkturen verkaufen wollen sind ohne Worte international.

Um das ganze Gelände schließt sich außerhalb der Hallen ein Ring mit Ständen und Buden an, das Gewimmel und die Eindrücke sind im ersten Moment nicht zu verarbeiten, am spektakulärsten sind natürlich die Eindrücke rund um das Getier …

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Na, sich einfach einen Ruck geben und reingehen…

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Die Buden im Außenring

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Fisch, das lustigste was wir gesehen haben war ein Fischverkäufer der ganz stolz mit nur einem Plastikhandschuh Fisch nach Fisch entschuppt hat – immer mit der Hand ohne Handschuh am Fisch, wohl um den Handschuh zu schonen

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Geflügel wird hier lebend verkauft … alle Häuser haben einen eigenen Schlachtblock, das ist bei diesen Temperaturen das Gesündeste

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Gesegneter Fischreichtum, wir haben unseren Fisch aber ehrlichgesagt nicht auf dem Zentralmarkt sondern in einem Laden mit Kühltheke gekauft

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Die Krebse finden das sicher nicht malerisch … sind so aber frisch

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Das Gedränge beginnt, Geräusche und Gerüche bitte dazu vorstellen

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Die kaufen eh nix…

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Kauseband … eine Art lange Bohnen, etwas trockener, sehr lecker. Wir haben Saatgut gekauft und es hier probiert, aber die meisten tropischen Pflanzen mögen keine Temperaturen unter 22 Grad, die mochten hier nicht mal unsere Sommernächte

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Ach, Müll, das Zeichen des Entwicklungslandes, Plastikflaschen sind eine Seuche … hier wäre die Wiederverwertung von Plastik echt eine Geschäftsidee und ein Pfandsystem die Rettung

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Aber auch sehr engagierte Menschen, Kunst, Kultur und Galerien gibt es

 

 

Unterwegs

An vielen Tagen sind wir endlos durch Paramaribo gestreift, aber manchmal sind wir mit Gaby auf Tour gegangen und haben viel entdecken und fragen können.

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Landfraß an der Küste. Hier beginnen die Strände von Galibi, die die Meeresschildkröten zur Eiablage nutzen.

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Leute, der Geruch … knapp hinter dem Geruch von gärender Fischsosse

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Auf Tour mit dem Suriname Dolphin Project zum Schutz einer besonderen Art Flußdelphin, die nur hier vorkommt. Natürlich ist auch dieser Delphin stark bedroht durch Quecksilber im Wasser (Goldgewinnung im Grenzland zu Brasilien) und den Schiffsverkehr, aber engagierte Menschen tun was sie können

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Auch so sieht es am Ufer des Suriname Rivers aus, wie in der Karibik. Okay, bei näherem Hinsehen ist der Sand aufgeschüttet, es gibt Sandflöhe (ekelhafte Viecher, hatte ein paar unterm Nagel des großen Zehs hinterher) und ein Pyranja-Netz , das einige Wochen davor ein Loch hatte, was laut Erzählungen einen Schwimmenden tatsächlich seinen Zeh gekostet hat. Angeblich ist das hier eine besonders aggressive Art Pyranya, darum der Schutz. Bei uns hat das Netzt gehalten hat und wir hatten einen schönen Badetag

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Eingemauert statt eingegraben – ob es einfach ein anderes Ritual ist oder in den Tropen hygienische Gründe hat raten wir bis heute

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Gamelan – ein wunderbarer Lehrer und seine entzückenden Schülerinnen. Wir haben später mitgetanzt, aber aus Ermangelung an natürlicher Grazie unterschlage ich die Bilder

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Wildschweine gibt es eben überall

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Nein, diese Eisenbahn fährt nicht mehr, es gab leider nur eine Streckenführung und die ist wie man sieht stillgelegt

Cola Creek

Hier haben wir ein paar Tage verbringen können. Woher der Name kommt ist gleich unten zu sehen, ein Flüsschen mit schwimmbarem Wasser und eine Art Badenaherholungsinfrastruktur. Als wir hier waren war es sehr ruhig, unter der Woche, kein offizieller Feiertag. Es war wunderbar, wir hatten einen Bungalow aus einer Reihe, die Gaby gebaut hat. Voll durchdacht und total offene Bauweise und jeder hatte eine eigene Hängematte, wunderbar.

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Da waren wir

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So richtig mit Badehäuschen, Cafeteria und Badesteg

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Tja, Cola Creek, aber das Wasser hat sich ganz weich angefühlt und hat nicht gerochen, ganz sicher war das totales Heilwasser

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Sooo gemütlich

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Auch hier: hinterm Haus war der Schlachtblock (siehe oben). Bis auf den Nachtschlaf haben wir den ganzen Tag draußen verbracht

 

Unser Dschungeltrip nach Palumeu

Circa 80 % von Suriname sind nach wie vor von Regenwald bedeckt und bildet im Norden des Amazonas-Gebietes einen Teil des größten Regenwaldes der Erde.

Auch in Suriname ist der Regenwald gefährdet durch Raubbau wie Rodungen, Bauxitminen und Verschmutzung als Folge von circa 2000 bis 3000 legalen und illegalen Goldminen.

Allerdings hat Suriname eine lange Historie auf dem Gebiet des Naturschutzes und besitzt elf Naturschutzgebiete, einen Naturpark und vier besondere Umweltgebiete (Multiple-use management areas), im Küstenbereich liegende Mehrzweckareale. Man bemüht sich also und das zeigt Erfolg.

Wir sind mit Gaby und Roy und einer Propellermaschine in ein Camp in Palumeu aufgebrochen. Organisator war Mets Travel, die seit 1962 Touren in Suriname anbieten (habe mal einen Link hinterlegt, ich kann die Touren nur empfehlen).

Palumeu liegt 270 km südlich von Paramaribo direkt am Anfang des Tapanahony River, außer mit dem Flugzeug kann man die Siedlung nur noch mit dem Boot erreichen. Palumeu ist ein Indianerdorf mit 300 Einwohnern, wird von 2 Stämmen bewohnt und hat ein angegliedertes Camp mit Bungalows. Es ist wirklich unwahrscheinlich idyllisch hier, Nachts hört man den Fluss fließen, bei Tagesanbruch erwachen tatsächlich die Stimmen des Urwalds zum Leben, ich bin diese Tage fast in Trance und Ludwig möchte gar nicht mehr gehen.

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Genau so sah es aus

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Diesen Berg haben wir bei einer Trekkingtour erklommen. Na gut, ich hatte die falschen Schuhe an und hinterher nur noch Fleisch an den Versen. Aber jetzt bin ich stolz drauf.

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Das Flughafenterminal von Palumeu, rechts steht tatsächlich „Arrival“ und links „Departure“

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Ausblick von unserer Bungalow-Terrasse

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Ich musste hier einfach schwimmen gehen, es war so verlockend.

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Am Abend wurde dann allerdings im selben Fluss dieser stattliche Pyranja gefangen. Mir wurde aber versichert, es sei eine ganz friedliche Art.

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*seufz – Sonnenuntergang

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Tatsächlich hatten die meisten Dorfbewohnen einfach Shorts und T-Shirt an, aber er besteht auf traditionelle Kleidung, wie uns versichert wurde auch beim Stadtbesuch.

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Sozusagen Brot backen für´s Abendessen

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Sehr lecker, im deutschen Sauersack genannt, besonders lecker als Saft oder Sirup über Kratzeis, Sursack

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Der Blick aufs Camp vom Fluss aus

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Der Abschied fällt uns schwer

Abschied von Suriname

Die letzten Tage machen uns Niederschläge historischen Ausmaßes den Abschied leichter. Überall steht das Wasser, Roy gräbt Drainagen auf dem Grundstück, das Wasser steht bis ans Tor. Wenn wir einkaufen gehen müssen wir unsere Füße in den Schlappen blind in die Brühe tauchen und möglichst ohne Nachdenken immer vorwärts gehen.

Eigentlich ist ein Großteil von Surinams Küste Mangrovenwald, aber auch hier hat der Unsinn gewütet, zur Baulandgewinnung wurden die Wälder gerodet, nun wird es immer schwieriger für Paramaribo überschüssiges Wasser loszuwerden, die Stadt liegt teilweise unter dem Meeresspiegel.

Gaby wird nach unserem Besuch Denguefieber bekommen, das Wasser bleibt stehen und ist eine ideale Brutstätte für die Trägermücken. Wir schauen uns die Überschwemmung fasziniert an, machen uns wegen des schlechten Straßenzustandes und der Wassermassen aber immer mehr Sorgen über unseren Rückweg nach Cayenne.

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Höher darf es nicht steigen

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Rechts unten auf dem Schild steht tatsächlich „Car Wash“

Zwei Tage vor unserem Rückflug machen wir uns auf den Weg nach Cayenne und leisten uns im ersten Abschnitt ein Taxi für die 250 km nach Albina. Die Sorge, mit einem Bus stecken zu bleiben ist einfach zu groß, wir haben auch schon Gerüchte über zunehmende Überfälle auf dieser Strecke gehört und wollen das Nadelöhr heil passieren.

Ludwig hat eine Machete und ein Messer dabei, aber am gefährlichsten sieht sein graues Abflussrohr aus, das er mit sich trägt. Er hat im Dschungel einem Indianer Pfleil und Bogen abgekauft und diese als Gepäck für den Flug ins Rohr gepackt. An der Art wie er es trägt sieht man deutlich, dass er bereit ist, das Rohr jedem Angreifer über den Schädel zu ziehen.

Wir sind froh, als wir endlich durch den Zoll in Albina durch sind und wir unseren Ausreisestempel haben. Einige Tage vorher ist ein anderer verirrter Tourist bei der Überfahrt am Grenzfluss getötet worden, man fand seinen Leichnam ans Ufer geschwemmt, das Gepäck fehlte. Für uns sucht der Taxifahrer nach einem vertrauenswürdigen Fährmann, wir können ihm nur glauben.

Über den Fluss kommen wir gut, bei unserer Ankunft ist das „Grenzhäuschen“ (siehe oben) geschlossen. Soweit wir wissen benötigen wir aber einen Einreisenachweis in die EU um später problemlos den Rückflug antreten zu können. Unser Bootsfahrer ist aber nur noch bereit, uns an der wilden Anlegestelle aussteigen zu lassen, an der wir vielleicht einen Minibus nach Cayenne finden können. Toll, gestrandet in Saint-Laurent.

Wir finden einen Bus, der uns aber wieder bedeutet, dass er erst fährt wenn er voll ist und damit nicht bis zum Nachmittag zu rechnen ist, wir können also ruhig zur Fremdenlegion laufen wenn wir uns einen Stempel besorgen wollen. Na gut, wir werfen unser Gepäck in den Bus und hoffen einfach, dass dieser später noch dasteht. Sicherheitshalber fotografiere ich noch das Nummernschild, was für ein Schutz.

Wir finden die Station die die Grenzvertretung macht nach vielen Fragen und seltsamen Blicken. Dort werden wir mit Begeisterung als Sensation empfangen. Zwei Deutsche hat man hier aber schon ewig nicht mehr gesehen, werden wir von den 5 Beamten umringt und behätschelt. Nur wegen unserer dürftigen Sprachkenntnisse, die uns zu langweiligen Erzählern macht, werden wir entlassen.

Der Bus steht tatsächlich noch da als wir zurück sind, wir beschliessen einen erneuten Fußmarsch zu dem einzigen europäischen Café zu machen, das wir auf dem Hinweg gesehen hatten. Finden es und es ist tatsächlich sehr schön und wir vergessen ein wenig die Zeit. Auf dem Rückweg sputen wir uns und was soll ich sagen, zurück am Anlegesteg ist der Bus weg.

Nun ist es das erste Mal an der Zeit, dass Ludwig seinen Gleichmut verliert. „So eine Scheiße“ schreit er „ich habs doch gewusst“ tobt er herum „das konnte ja nicht gutgehen“ und die Menge am Anlegesteg weicht irritiert zurück. Er ist fast nicht zu beruhigen, klar, ist wie auf den letzten Metern gestrauchelt. Wir beschließen, dass er zum Café zurück rennt, falls uns der Busfahrer dort holen will, ich warte am Anlegesteg und überlege mir schon die Unmöglichkeit, zurück zu der Polizeistation zu gehen und den ganzen Vorfall dort auf französisch zu protokollieren.

Ludwig ist noch nicht wieder zurück als unser Bus am Horizont erscheint mit einem fröhlich winkenden Fahrer. „Vous etes Couer?“ oder so ähnlich fragt er mich beim Aussteigen mit einem Schulterklaps, belustigt durch mein blasses Gesicht. Ja, verflixt, ich hatte Herzklopfen, aber ich bin so erleichtert den Mann zu sehen, ich kann ihm nicht böse sein. Er war nur Mittagessen, verstehe ich sein Kauderwelsch, nie würde er ohne uns fahren. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass alle um uns herum ein wenig grinsen…

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Als wir ankamen waren die Menschen sehr unruhig, zwei so schwarzwälder Dilldappen am Anlegesteg rumlungen zu haben. Als wir dann länger als eine Stunde da rumhingen waren sie überzeugt von unserer Harmlosigkeit und nahmen den normalen Betrieb wieder auf.

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Hier wird alles gedealt und gehandelt. Nach ca. 3 Stunden brach mal kurz Hektik aus, als ein Trupp der französischen Polizei mit dem Auto kam und eine Razzia veranstaltete. Das war sehr lächerlich, die Schmuggler sind auf ihre Boote und haben ein paar Meter abgelegt, die Polizei wollte keine nassen Füße bekommen, hat alle ein wenig beschimpft und ist dann abgefahren. Keine 10 Minuten später war wieder der normale Betrieb.

Cayenne

Ja, wir sind angekommen. Am ersten Abend haben wir nur noch etwas zu essen gesucht und sind dann in unser Bett gefallen. Am nächsten Tag haben wir Cayenne entdeckt. Man spürt die „europäische“ Hand, die Straßen sind sauber und in gutem Zustand, irgendwie wirkt alles vertrauter und regulierter als in Suriname. Aber ein wenig vermissen wir das bunte Treiben schon und die Preise entsetzen uns schlichtweg. Wir verstehen den großen Anreiz, hierher Schmuggelware zu schleusen, das Preisgefälle ist enorm. Trotzdem haben wir zwei schöne Entdeckertage und das versöhnt uns mit den Strapazen. Wir wissen, dass wir diesen Weg nie mehr nehmen werden, darum halten wir die Augen offen, wir werden hier nie mehr sein.

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Neat and tidy, auch in perfektem Anstrich

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Es sieht alles ein wenig gepflegter aus

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Auch hier gibt es einen Markt, total übersichtlich und organisiert, irgendwie habe ich sogar den Eindruck die Gerüche halten sich zurück

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Na, jetzt brauchen wir nichts mehr

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Ein Vogelmann auf dem Weg zum Trillerwettbewerb mit seinem Schützling, der Vogel singt, der Mann macht was her

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Na gut, in den Nebenstraßen verwischt der Eindruck am Fischfilletierstand

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Markt in Ordnung

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Hier hatten wir den ersten Kontakt zur vietnamesischen Suppe Pho, köstlich

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Alles ganz aufgeräumt

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Abflug vom internationalen Flughafen Cayenne-Rochambeau