Wie lernt man Status und Ansehen, sozusagen den Platz „an den man gehört“?
Forscher versuchen auf einer kleinen Insel in der Karibik Antwort auf solche Fragen zu geben.

Cayo Santiago, auch bekannt als Monkey Island, ist eine unbewohnte Insel im Karibischen Meer, die sich südöstlich vor Puerto Rico befindet. Sie erstreckt sich über 600 Meter von Norden nach Süden und 400 Meter von Osten nach Westen und wird von einer Population von knapp 1000 Makaken bewohnt.

File:DangerMonkeySign.jpg(Bildnutzung mit freundlicher Genehmigung von

Professor Alex O. Holcombe PhD,

School of Psychology, Sydney, Australia)

 

 

 

 

 

Auf diesem kleinen Landstreifen müssen die Primaten sich organisieren, Gruppen bilden und soziale Strukturen entwickeln, die sie überleben lassen. Ein Weiterzug in ein anderes Territorium ist durch die Gegebenheiten nicht möglich, sich konfrontieren und arrangieren die einzige Möglichkeit.
Gegründet wurde die Kolonie 1938 mit 409 indischen Affen und dem verrückt anmutenden Traum, eine Gesellschaft in der Entstehung zu beobachten um daraus Erkenntnisse über das Sozialleben des Menschen zu gewinnen. Betrieben wird die Forschungsstation heute vom CPRC (Caribbean Primate Research Center) der University of Puerto Rico.
Genforscher, Psychologen und Entwicklungsbiologen untersuchen disziplinübergreifend die Kolonie, und auch wenn die Wissenschaft versucht die „Vermenschlichung“ des Primatenverhaltens zu vermeiden, drängen sich Übertragungsmodelle auf.
Die Makaken von Cayo Santiago werden an einigen Stellen der Insel gefüttert und mit Süßwasser versorgt. Ergänzt wird der Speisezettel durch natürlich vorkommende Nahrung. Die Population hat sich in hauptsächlich drei Gruppen aufgeteilt, die innerhalb der einzelnen Gruppe absolute Hierarchien durchsetzen aber auch unter den Gruppen Hierarchien gebildet haben.

Will das Alphaweibchen der führenden Gruppe zum Trinkwasser, weichen die anderen Tiere sofort zurück. Hat solch ein Weibchen ein Junges, bringt es ihm nicht nur die Überlebensstrategien sondern auch die eigene Position in der Gruppe bei.

Zuerst macht sie den Weg zum Wasser gemeinsam mit ihrem Jungen, später wartet sie am Rand und unter ihrer Beobachtung weichen die anderen Tiere auch vor dem Jungtier zurück. Beobachtet wurde zum Beispiel eine Episode, bei der das unbedarfte Junge einer hierarchisch untergeordeten Mutter sich erdreistete (Achtung Vermenschlichung, drängt sich in der Formulierung aber auf), gleichzeitig mit dem Jungen der „Chefin“ trinken zu wollen. Das Alphaweibchen stürzte sich auf das Tier, packte es brutal und zerrte es zum Meer. Dort tunkte sie das Junge wiederholt und langanhaltend unter Wasser und ließ es danach verstört und erschöpft zurück (gedemütigt schreibe ich jetzt nicht, obwohl es vielleicht passend wäre). Dieser Affe hat seine Position gelernt.
Dies scheint mir doch ein gutes Beispiel zu sein, wie sich elitäres Verhalten durch Training vererbt und warum es sinnvoll ist, dass wir in einer Gesellschaft leben, die eigentlich die Festlegung der individuellen Rechte durch Herkunft überwunden hat. Damit nicht am Ende der eventuell verblödete Sohn der Chefin das Sagen hat nur weil er die Position geerbt hat.

 Also, immer wachsam bleiben, gegen Absolutismus und für die Chancengleichheit 🙂 !