Den Meisten ist LAING wohl ein Begriff durch den Song „Morgens immer müde“, mit dem sie beim Bundesvision Song Contest 2012 für Sachsen den zweiten Platz geholt haben. Die Berliner Damencombo um Sängerin, Songwriterin und Produzentin Nicola Rost bezeichnet ihren eigenen Musikstil als Electric Ladysound.

Hier mal der Vergleich zwischen Original und der Umsetzung der Damen:

 

Das Original  – Trude Herr „Morgens immer müde“

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LAING – Official Video (siehe auch Song der Woche 12)

Bin also mit Schwesterherz auf dem ZMF, perfekter Sommerabend.  Im Spiegelzelt wird es sofort stickig, ganz voll ist es aber zum Glück für uns nicht. Wir ergattern einen Tisch und befinden uns ums Umschauen mit den Tischkollegen im Gespräch. Ein junges Pärchen, keine dreißig, sehen aus wie 25, verheiratet. Fast will es mich ein wenig gruseln, wie gesettelt die beiden schon sind „Wir leben seit fast 10 Jahren in Freiburg, waren noch nie auf dem ZMF. Jetzt sind wir mit dem Studium fertig und haben gedacht, das müssen wir auch mal machen“. Puh. Aber was soll ich sagen. So super erfolgreich waren meine Entscheidungen ja auch nicht. Egal. Sie sind herzlich.

Den Herrn gegenüber verwickeln wir auch noch in unsere Runde. Zuerst sieht er ein ganz klein wenig wie ein Beamtentyp aus, geschätzte 50, alleine da. Dann ist er im Gespräch eine Entdeckung, ganz interessiert und charmant, geradezu verschmitzt. Ist ja auch kein Standard, dass Herren ohne deutlichen Tick einfach mal so alleine in ein Konzert (gerade dieser Art) gehen. Experimentierfreudig und als er mir dann auch noch seinen hellblauen Fächer leiht, den er allen Ernstes ohne jede Profilneurose zückt, bin ich hingerissen.

Überhaupt, das Publikum hätte ich jünger geschätzt. Wegen der Musikrichtung und weil die Karten dann auch nicht so teuer sind. Vielleicht ist das insgesamt ein ZMF-Phänomen?

Dann tritt LAING auf, alle Damen sehr hübsch und geschmeidig, jede Geste sitzt, die Stimmen gefallen mir eh. Irgendwie erinnert mich der Elektrosound an Kraftwerk und Konsorten, besonders bei dem Song „Maschinell“, der perfekt einstudiert ist (hier eine frühere YouTube-live-Version, die den Stimmen nicht gerecht wird, live ist viel besser).

Allerdings erstreckt sich das Perfekte hier nur auf die Songs, ansonsten sind LAING ungemein entzückend und gar nicht kalt. Das einzige Manko: Das Konzert dauert gerade mal 75 Minuten, meine Theorie bezieht sich auf einen eventuell begrenzten Liedbestand, bisher gibt es nur eine CD und auch bei YouTube ist die Titelvielfalt nicht groß.

Wenn Sie wiederkommen werde ich hingehen, bin gespannt auf die weitere Entwicklung.

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LAING live im Spiegelzelt, herrjeh war das heiß, willkommen in Freiburg