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April 2013

in Kultur – Allover, Kultur – Poetry Slam

Poetry Slam III – Dead Or Alive (Stadttheater)

25. April 2013, 20 Uhr

Poetry Slam 250413

 

Und hier ein wunderarer Slam. Im angestammten Revier. Stadttheater. PLATZKARTEN! für 12 €, jeden Cent wert. Ich war schon letzten Herbst, der Slam findet bereits zum fünten Mal im Großen Haus statt (Danke liebes Stadttheater, dass du so viel unterschiedlicher Kultur Raum gibst).

 

Vor dem Slam ungewöhnliche Szenen rund um das Theater. Auch bei normalen Vorstellungen gehen die Menschen heute nicht mehr in Abendrobe und und in den 30 Jahren, die ich immer wieder im Stadttheater bin, hat sich der Kleidungsstil völlig gelockert. Aber jetzt sind die Regeln komplett ausgehebelt, schon auf dem Vorplatz gleicht das Publikum eher einem Partyvolk, hoher Geräuschpegel,  beim Hineingehen sind alle Kontrollen und jedes Thema zu Taschengrößen, Getränken etc. hinweggewischt, im Innenraum liegen Jacken und Pullover über Geländer und Sitzen und aufgeregte Spannung und Geschnatter bestimmt die Athmosphäre.

 

Heute gelten auch für den Slam besondere Regeln, fünf Slammer treten gegen fünf Schauspieler an, die ausgewählte Texte toter Poeten vortragen (siehe Programm weiter unten). Die Toten dürfen auch mit Requisite arbeiten, sonst beim Slam nicht zugelassen, um die Chancen zu verbessern.

Hier eine Rückschau auf den Auftritt der „Toten“ im letzten Jahr…

Jeweils ein „Lebender“ und ein „Toter“ treten gegeneinander an, abgestimmt wird wie beim Slam üblich von den vorher ausgewählten Wertungsgruppen mit Punkten zwischen 0 und 10. Am Ende gibt es ein Stechen zwischen den Punktbesten jeder Gruppe, hier kann dann das Publikum durch Applausstärke entscheiden.

Man endeckt dabei nicht nur die Texte der Alive-Gruppe (die hier auch schon ein breiteres Altersspektrum und Texte bietet, die die Pubertät weit hinter sich gelassen haben) sondern auch bisher unbekannte tote Poeten oder unbekannte Facetten derselben. Erich Kästner trägt Texte vor, die mir gänzlich unbekannt und in ihrem Inhalt wirklich weit weg vom fliegenden Klassenzimmer sind.

Ein wunderbares Spektakel, beim nächsten bin ich unbedingt wieder dabei.

 

Anke Fuchs – Abstand

René Sydow – Mundraub

 Tobias Gralke – Zeichensprache