in Reisen – Suriname

Suriname (Südamerika) 2009

Suriname Februar und März 2009

Allgemeine Informationen

Suriname (surinamisch: Sranan [sra:ˈnaŋ]) ist ein Staat in Südamerika.

Er grenzt im Norden an den Atlantischen Ozean, im Osten an Französisch-Guayana, im Süden an Brasilien und im Westen an Guyana. Das Land verdankt seinen Namen wahrscheinlich dem Stamm der Surinen, der durch die Arawak aus diesem Gebiet vertrieben wurde. Nationalfeiertag ist der 25. November, der Tag der Unabhängigkeit von den Niederlanden im Jahr 1975.

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Flagge
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Kurzdaten
Hauptstadt: Paramaribo
Staatsform: Präsidiale Republik
Währung: 1 Suriname-Dollar (SRD)
= 100 Cents
Fläche: 163.000 km²
Bevölkerung: 437.000
Sprachen: Niederländisch (Amtssprache), Englisch (weit verbreitet), Sranang Tongo
Religionen: Hindus 27,4 %, Muslime 19,6 %, Katholiken 22,8 %, Protestanten 25,2 %
Telefonvorwahl: +597
Internet TLD: .sr
Zeitzone: MEZ-4,5h; MESZ-5,5h

 

 

Suriname Februar und März 2009 – Reisenachtrag

 Von Cayenne nach Saint-Laurent

Diese Reise habe ich nach Karte geplant. „Ach komm, der Weg ist das Ziel und es sind ja nur 500 Kilometer“ untermauerte ich logisch meine Idee, über Französisch-Guyana einzureisen statt direkt in Surinames Hauptstadt Paramaribo einzufliegen. Wer noch nicht in den Tropen Südamerikas gereist ist, kann diesen Irrtum machen, Luftlinie 500 km zwischen Cayenne und Paramaribo, wie schwer kann das schon sein.

In Paris werfe ich in einer melodramatischen Geste meine Zigaretten weg, mein Leben als Nichtraucherin beginnt jetzt, eine Handlung die ich noch 48 Stunden bitterlich bereuen werde, das werde ich erst in zwei Jahren schaffen.

In Cayenne lassen wir uns abholen und übernachten auf einer Farm außerhalb. Alles ist ein wenig depressiv, die Farmbesitzer leben von Touristen, die in den Sümpfen hinter der Farm seltene Fische fangen, weil sie sie von hier ausführen dürfen. Die Hunde haben Räude, die Besitzer sprechen von der Kriminalität auf dieser Schneise nach Brasilien, ein hoher Zaun umschließt das Gelände.  Der Komfort ist minimal, wir sind müde, die Netze zum Glück geflickt, essen, schlafen, mehr geht nicht mehr. Boah, ich vermisse meine Zigaretten und weit und breit keine Behausung und kein Kiosk und alle hier sind Nichtraucher.

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Zimmerausstattung Basic

Am nächsten Morgen lassen wir uns zum Busbahnhof fahren (siehe Bild unten), das hätten wir alleine nie gefunden, den Bus in der Nebenstraße. Mein Französisch ist bejammernswert, etwas misstrauisch laden wir unsere Rucksäcke in den Bus, Abfahrt unbestimmt, gefahren wird wenn voll ist. Mit Händen und Füßen gibt uns der Fahrer zu verstehen, wir können die nächsten zwei Stunden nicht mit Abfahrt rechnen. Wir streifen etwas nervös durch die Nebenstraßen, sicherheitshalber im Halbstundenabstand am Bus vorbei. Darum mehr Bilder von Cayenne am Ende, da haben wir uns auf dem Rückweg nochmal Zeit dafür genommen, aber zumindest einen Tabakladen habe ich gefunden. Das dazu…

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Mit diesem Busse wirst du fahren – irgendwann

Wir wollen von Cayenne über die N1 an Kourou vorbei nach Saint-Laurent-du-Maroni, das direkt am Grenzfluss zu Suriname liegt (richtig geraten, der Fluss heißt dann folgerichtig Maroni). Die Straße dorthin hat zwar nur eine Spur in jede Richtung, ist ansonsten aber in hervorragendem Zustand. Wir sind mit schauen beschäftigt und die Zeit fliegt vorbei.

In Saint-Laurent treffen wir uns wir uns mit Freunden, die inzwischen in Paramaribo leben und uns soweit entgegen kommen und uns bei der Grenzüberquerung helfen wollen. Gaby, meine älteste Schulfreundin, ist über viele Stationen mit ihrem Freund hierher ausgewandert. Es bleibt spannend, werden sie da sein und werden wir uns finden? Es klappt, wie früher, ohne Handy, einfach nur mit offenen Augen sehe ich Gabys Silhuette plötzlich an einer Straßenkeuzung.

Saint-Laurent wurde 1858 als Strafkolonie gegründet, hier war das Durchgangslager auf die Teufelsinsel (es klingelt? Der Film Papillion?). Im Straßenbild sieht man das nicht, ein wenig Kolonialbau, große Verwaltungsgebäude, ein sehr schönes Café. Dank Gaby und Roy, der Ortskenntnis besitzt, sind wir nun auch ganz entspannt und in sicheren Händen. Die nun kommende Grenzpassage ist speziell, mit dem Holzboottaxi zur Grenzstation, Ausreisestempel holen, über den Fluss übersetzen, Einreisestempel holen, ich glaube nicht, dass wir uns alleine und mit meinem Französisch hier gut durchgefunden hätten.

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Klar zu erkennen: Das ist das Grenzhäuschen. Auf dem Rückweg werden wir es verschlossen finden und einen Fußmarsch zur Fremdenlegion hinlegen, um einen Einreisestempel in die EU zu bekommen.

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Am anderen Ende grüßt Suriname, aber zuerst über den Fluß nach Albina.

Von Albina in die Hauptstadt

Noch wissen wir es nicht, wenn wir in einiger Zeit den Rückweg antreten, werden wir für geraume Zeit die letzten Reisenden auf dieser Route sein. Kurz nach unserer Heimreise wird an diesem Grenzfluss die Gewalt eskalieren, es werden Menschen sterben. Hier wird alles geschmuggelt was sich in Boote packen lässt, es ist ein wilder Übergang aus Suriname und Südamerika in das EU-Land Frankreich mit seinem Departement Französisch-Guyana. Schon auf dem Hinweg haben wir keine Bilder in Albina gemacht, die Stimmung war latent gewaltbereit, man konnte es in der Luft spüren. Wir waren damals die einzigen Weißen, die wir auf dem gesamten Rückweg getroffen haben und froh, als wir das Nadelöhr dieser Grenze passiert hatten.

Das sollte aber die einzige wirkliche Gefahr dieser Reise sein. Ich betone an dieser Stelle ausdrücklich, dass wir ansonsten unwahrscheinlich viele freundliche und hilfsbereite Menschen getroffen haben. Wir sind mit gesundem Menschenverstand gereist, hatten viel Glück und außerdem ist die Menschheit meist besser als man denkt.

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Hier sind die EU-Gelder zuende – auf surinamischer Seite ist die Straße von Albina nach Paramaribo in schlechtem Zustand. Einige von diesen Wasserlöchern sind, unscheinbar sussehend, einen halben Meter tief, Achsbruch garantiert.

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Willkommen im Land der Schmetterlinge

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Unterwegs plötzlich Kunst im Wald

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Denkmal Moiwana 1986 – während des Bürgerkrieges zwischen dem surinamischen Militär und dem sogenannten Jungle Commando kam es zu einem Massaker in dem Dorf Moiwana. Hierbei töteten Angehörige des surinamischen Militärs 39 Personen, die meisten davon Frauen und Kinder. Nach diesem Massaker flüchteten Tausende Bewohner des östlichen Buschlandes nach Französisch-Guyana.
2005 hat der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte die Regierung von Suriname wegen der Massenmorde verurteilt. 2006 entschuldigte sich Präsident Ronald Venetiaan im Namen des Staates für das Massaker vom 29. November 1986 an den Maroons in Moiwana.

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Am Straßenrand

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Die große Brücke über den Fluss Suriname … willkommen in Paramaribo

 

Paramaribo

Im Jahr 1613 von zwei Niederländern als Handelsstation gegründet, empfängt uns Paramaribo heute turbulent. Die wechselvolle Kolonialgeschichte hat eine ganz eigene Holzarchitektur geschaffen, inzwischen gibt man sich große Mühe, die Substanz zu erhalten und zu restaurieren. Die Altstadt gruppiert sich um das alte Fort Zeelandia, das leider auch traurige Geschichten von Unterdrückung und späterer Diktatur erzählen kann. Heute ist es jedoch ein Anziehungspunkt in der Stadt, mit Platz zum Verweilen und einem hervorragenden Blick zu Waterfront und auf den Fluss Suriname.

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Wilhelmine wacht

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Der Präsidentenpalast

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Neuer alter Glanz

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Hier muss noch gearbeitet werden

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Das Haus unserer Freunde ist ziemlich sicher der schönste Neubau der Stadt. Die Fenster haben nur Holzläden, es wird nie kälter als 22 Grad und am Abend weht die Luft erfrischend durchs Haus. Sieht man, dass meine Freundin Architektin ist? Zweifellos…

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Die Hunde sind allerdings wirklich eine Plage, jeder hat zwei oder drei Hunde auf seinem Grundstück, die Köter bellen in ihrem Eingesperrtsein alles an was sich bewegt, nachts liegt ein permanentes Bellkonzert in der Luft. Irgendeiner fängt immer an und alle anderen machen mit. Die Hunde ohne Besitzer streifen in Rudeln durch die Straßen.

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Busbahnhof … einer von drei in der Stadt. Diese Busse sind fast der einzige öffentliche Nahverkehr

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Der Fähranleger, Nahverkehr per Boot

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Oh Tannenbaum … warum umdekorieren, die nächste Weihnacht kommt bestimmt

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Eine Maroonsfrau mit ihren wunderbaren farbenfrohen Tüchern

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Ja ei das kennt man doch

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Und das auch…

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Die römisch-katholische Kirche. Leider im Gerüst, man sieht nur mühsam die prachtvolle Holzkirche von 1883

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Und hier eine Lektion zum Thema Religionsfrieden. Suriname ist historisch ein Einwanderungsland, verschiedene Bevölkerungsgruppen (s.o.) und viele Religionen mischen sich. Hier steht die Synagoge und gleich nebenan, in völligem Frieden:

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die Moschee!

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Da wollen wir den Hinduismus nicht unterschlagen.

 

Essen ist in Suriname eine ähnlich bunte Mischung wie die Menschen selbst. Die Geschmäcker sind extrem, bunt und laut wie vieles in den Tropen, extrem scharf, extrem bitter und zusammen genommen unheimlich lecker.

Gestaunt haben wir auf dem Zentralmarkt, eine große Halle mit einer wilden Mischung aus Gemüse, Fisch und Fleisch, Handtäschchen, Stoff, Geschirr, Haarkämme etc. etc. In einer zweiten Halle sitzen die Kräuterfrauen aus allen Teilen des Landes und bieten für uns seltsame Kräuter und Elixiere an. Hier stoßen wir an die Sprachgrenzen, aber das Gelächter und die Gesten der Frauen, die Ludwigs Größe bestaunen und ihm herausfordernd allerlei Tinkturen verkaufen wollen sind ohne Worte international.

Um das ganze Gelände schließt sich außerhalb der Hallen ein Ring mit Ständen und Buden an, das Gewimmel und die Eindrücke sind im ersten Moment nicht zu verarbeiten, am spektakulärsten sind natürlich die Eindrücke rund um das Getier …

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Na, sich einfach einen Ruck geben und reingehen…

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Die Buden im Außenring

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Fisch, das lustigste was wir gesehen haben war ein Fischverkäufer der ganz stolz mit nur einem Plastikhandschuh Fisch nach Fisch entschuppt hat – immer mit der Hand ohne Handschuh am Fisch, wohl um den Handschuh zu schonen

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Geflügel wird hier lebend verkauft … alle Häuser haben einen eigenen Schlachtblock, das ist bei diesen Temperaturen das Gesündeste

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Gesegneter Fischreichtum, wir haben unseren Fisch aber ehrlichgesagt nicht auf dem Zentralmarkt sondern in einem Laden mit Kühltheke gekauft

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Die Krebse finden das sicher nicht malerisch … sind so aber frisch

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Das Gedränge beginnt, Geräusche und Gerüche bitte dazu vorstellen

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Die kaufen eh nix…

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Sponsored by…

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Kauseband … eine Art lange Bohnen, etwas trockener, sehr lecker. Wir haben Saatgut gekauft und es hier probiert, aber die meisten tropischen Pflanzen mögen keine Temperaturen unter 22 Grad, die mochten hier nicht mal unsere Sommernächte

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Ach, Müll, das Zeichen des Entwicklungslandes, Plastikflaschen sind eine Seuche … hier wäre die Wiederverwertung von Plastik echt eine Geschäftsidee und ein Pfandsystem die Rettung

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Aber auch sehr engagierte Menschen, Kunst, Kultur und Galerien gibt es

 

 

Unterwegs

An vielen Tagen sind wir endlos durch Paramaribo gestreift, aber manchmal sind wir mit Gaby auf Tour gegangen und haben viel entdecken und fragen können.

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Landfraß an der Küste. Hier beginnen die Strände von Galibi, die die Meeresschildkröten zur Eiablage nutzen.

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Leute, der Geruch … knapp hinter dem Geruch von gärender Fischsosse

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Auf Tour mit dem Suriname Dolphin Project zum Schutz einer besonderen Art Flußdelphin, die nur hier vorkommt. Natürlich ist auch dieser Delphin stark bedroht durch Quecksilber im Wasser (Goldgewinnung im Grenzland zu Brasilien) und den Schiffsverkehr, aber engagierte Menschen tun was sie können

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Auch so sieht es am Ufer des Suriname Rivers aus, wie in der Karibik. Okay, bei näherem Hinsehen ist der Sand aufgeschüttet, es gibt Sandflöhe (ekelhafte Viecher, hatte ein paar unterm Nagel des großen Zehs hinterher) und ein Pyranja-Netz , das einige Wochen davor ein Loch hatte, was laut Erzählungen einen Schwimmenden tatsächlich seinen Zeh gekostet hat. Angeblich ist das hier eine besonders aggressive Art Pyranya, darum der Schutz. Bei uns hat das Netzt gehalten hat und wir hatten einen schönen Badetag

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Eingemauert statt eingegraben – ob es einfach ein anderes Ritual ist oder in den Tropen hygienische Gründe hat raten wir bis heute

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Gamelan – ein wunderbarer Lehrer und seine entzückenden Schülerinnen. Wir haben später mitgetanzt, aber aus Ermangelung an natürlicher Grazie unterschlage ich die Bilder

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Wildschweine gibt es eben überall

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Nein, diese Eisenbahn fährt nicht mehr, es gab leider nur eine Streckenführung und die ist wie man sieht stillgelegt

Cola Creek

Hier haben wir ein paar Tage verbringen können. Woher der Name kommt ist gleich unten zu sehen, ein Flüsschen mit schwimmbarem Wasser und eine Art Badenaherholungsinfrastruktur. Als wir hier waren war es sehr ruhig, unter der Woche, kein offizieller Feiertag. Es war wunderbar, wir hatten einen Bungalow aus einer Reihe, die Gaby gebaut hat. Voll durchdacht und total offene Bauweise und jeder hatte eine eigene Hängematte, wunderbar.

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Da waren wir

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So richtig mit Badehäuschen, Cafeteria und Badesteg

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Tja, Cola Creek, aber das Wasser hat sich ganz weich angefühlt und hat nicht gerochen, ganz sicher war das totales Heilwasser

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Sooo gemütlich

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Auch hier: hinterm Haus war der Schlachtblock (siehe oben). Bis auf den Nachtschlaf haben wir den ganzen Tag draußen verbracht

 

Unser Dschungeltrip nach Palumeu

Circa 80 % von Suriname sind nach wie vor von Regenwald bedeckt und bildet im Norden des Amazonas-Gebietes einen Teil des größten Regenwaldes der Erde.

Auch in Suriname ist der Regenwald gefährdet durch Raubbau wie Rodungen, Bauxitminen und Verschmutzung als Folge von circa 2000 bis 3000 legalen und illegalen Goldminen.

Allerdings hat Suriname eine lange Historie auf dem Gebiet des Naturschutzes und besitzt elf Naturschutzgebiete, einen Naturpark und vier besondere Umweltgebiete (Multiple-use management areas), im Küstenbereich liegende Mehrzweckareale. Man bemüht sich also und das zeigt Erfolg.

Wir sind mit Gaby und Roy und einer Propellermaschine in ein Camp in Palumeu aufgebrochen. Organisator war Mets Travel, die seit 1962 Touren in Suriname anbieten (habe mal einen Link hinterlegt, ich kann die Touren nur empfehlen).

Palumeu liegt 270 km südlich von Paramaribo direkt am Anfang des Tapanahony River, außer mit dem Flugzeug kann man die Siedlung nur noch mit dem Boot erreichen. Palumeu ist ein Indianerdorf mit 300 Einwohnern, wird von 2 Stämmen bewohnt und hat ein angegliedertes Camp mit Bungalows. Es ist wirklich unwahrscheinlich idyllisch hier, Nachts hört man den Fluss fließen, bei Tagesanbruch erwachen tatsächlich die Stimmen des Urwalds zum Leben, ich bin diese Tage fast in Trance und Ludwig möchte gar nicht mehr gehen.

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Genau so sah es aus

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Diesen Berg haben wir bei einer Trekkingtour erklommen. Na gut, ich hatte die falschen Schuhe an und hinterher nur noch Fleisch an den Versen. Aber jetzt bin ich stolz drauf.

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Das Flughafenterminal von Palumeu, rechts steht tatsächlich „Arrival“ und links „Departure“

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Ausblick von unserer Bungalow-Terrasse

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Ich musste hier einfach schwimmen gehen, es war so verlockend.

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Am Abend wurde dann allerdings im selben Fluss dieser stattliche Pyranja gefangen. Mir wurde aber versichert, es sei eine ganz friedliche Art.

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*seufz – Sonnenuntergang

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Tatsächlich hatten die meisten Dorfbewohnen einfach Shorts und T-Shirt an, aber er besteht auf traditionelle Kleidung, wie uns versichert wurde auch beim Stadtbesuch.

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Sozusagen Brot backen für´s Abendessen

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Sehr lecker, im deutschen Sauersack genannt, besonders lecker als Saft oder Sirup über Kratzeis, Sursack

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Der Blick aufs Camp vom Fluss aus

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Der Abschied fällt uns schwer

Abschied von Suriname

Die letzten Tage machen uns Niederschläge historischen Ausmaßes den Abschied leichter. Überall steht das Wasser, Roy gräbt Drainagen auf dem Grundstück, das Wasser steht bis ans Tor. Wenn wir einkaufen gehen müssen wir unsere Füße in den Schlappen blind in die Brühe tauchen und möglichst ohne Nachdenken immer vorwärts gehen.

Eigentlich ist ein Großteil von Surinams Küste Mangrovenwald, aber auch hier hat der Unsinn gewütet, zur Baulandgewinnung wurden die Wälder gerodet, nun wird es immer schwieriger für Paramaribo überschüssiges Wasser loszuwerden, die Stadt liegt teilweise unter dem Meeresspiegel.

Gaby wird nach unserem Besuch Denguefieber bekommen, das Wasser bleibt stehen und ist eine ideale Brutstätte für die Trägermücken. Wir schauen uns die Überschwemmung fasziniert an, machen uns wegen des schlechten Straßenzustandes und der Wassermassen aber immer mehr Sorgen über unseren Rückweg nach Cayenne.

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Höher darf es nicht steigen

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Rechts unten auf dem Schild steht tatsächlich „Car Wash“

Zwei Tage vor unserem Rückflug machen wir uns auf den Weg nach Cayenne und leisten uns im ersten Abschnitt ein Taxi für die 250 km nach Albina. Die Sorge, mit einem Bus stecken zu bleiben ist einfach zu groß, wir haben auch schon Gerüchte über zunehmende Überfälle auf dieser Strecke gehört und wollen das Nadelöhr heil passieren.

Ludwig hat eine Machete und ein Messer dabei, aber am gefährlichsten sieht sein graues Abflussrohr aus, das er mit sich trägt. Er hat im Dschungel einem Indianer Pfleil und Bogen abgekauft und diese als Gepäck für den Flug ins Rohr gepackt. An der Art wie er es trägt sieht man deutlich, dass er bereit ist, das Rohr jedem Angreifer über den Schädel zu ziehen.

Wir sind froh, als wir endlich durch den Zoll in Albina durch sind und wir unseren Ausreisestempel haben. Einige Tage vorher ist ein anderer verirrter Tourist bei der Überfahrt am Grenzfluss getötet worden, man fand seinen Leichnam ans Ufer geschwemmt, das Gepäck fehlte. Für uns sucht der Taxifahrer nach einem vertrauenswürdigen Fährmann, wir können ihm nur glauben.

Über den Fluss kommen wir gut, bei unserer Ankunft ist das „Grenzhäuschen“ (siehe oben) geschlossen. Soweit wir wissen benötigen wir aber einen Einreisenachweis in die EU um später problemlos den Rückflug antreten zu können. Unser Bootsfahrer ist aber nur noch bereit, uns an der wilden Anlegestelle aussteigen zu lassen, an der wir vielleicht einen Minibus nach Cayenne finden können. Toll, gestrandet in Saint-Laurent.

Wir finden einen Bus, der uns aber wieder bedeutet, dass er erst fährt wenn er voll ist und damit nicht bis zum Nachmittag zu rechnen ist, wir können also ruhig zur Fremdenlegion laufen wenn wir uns einen Stempel besorgen wollen. Na gut, wir werfen unser Gepäck in den Bus und hoffen einfach, dass dieser später noch dasteht. Sicherheitshalber fotografiere ich noch das Nummernschild, was für ein Schutz.

Wir finden die Station die die Grenzvertretung macht nach vielen Fragen und seltsamen Blicken. Dort werden wir mit Begeisterung als Sensation empfangen. Zwei Deutsche hat man hier aber schon ewig nicht mehr gesehen, werden wir von den 5 Beamten umringt und behätschelt. Nur wegen unserer dürftigen Sprachkenntnisse, die uns zu langweiligen Erzählern macht, werden wir entlassen.

Der Bus steht tatsächlich noch da als wir zurück sind, wir beschliessen einen erneuten Fußmarsch zu dem einzigen europäischen Café zu machen, das wir auf dem Hinweg gesehen hatten. Finden es und es ist tatsächlich sehr schön und wir vergessen ein wenig die Zeit. Auf dem Rückweg sputen wir uns und was soll ich sagen, zurück am Anlegesteg ist der Bus weg.

Nun ist es das erste Mal an der Zeit, dass Ludwig seinen Gleichmut verliert. „So eine Scheiße“ schreit er „ich habs doch gewusst“ tobt er herum „das konnte ja nicht gutgehen“ und die Menge am Anlegesteg weicht irritiert zurück. Er ist fast nicht zu beruhigen, klar, ist wie auf den letzten Metern gestrauchelt. Wir beschließen, dass er zum Café zurück rennt, falls uns der Busfahrer dort holen will, ich warte am Anlegesteg und überlege mir schon die Unmöglichkeit, zurück zu der Polizeistation zu gehen und den ganzen Vorfall dort auf französisch zu protokollieren.

Ludwig ist noch nicht wieder zurück als unser Bus am Horizont erscheint mit einem fröhlich winkenden Fahrer. „Vous etes Couer?“ oder so ähnlich fragt er mich beim Aussteigen mit einem Schulterklaps, belustigt durch mein blasses Gesicht. Ja, verflixt, ich hatte Herzklopfen, aber ich bin so erleichtert den Mann zu sehen, ich kann ihm nicht böse sein. Er war nur Mittagessen, verstehe ich sein Kauderwelsch, nie würde er ohne uns fahren. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass alle um uns herum ein wenig grinsen…

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Als wir ankamen waren die Menschen sehr unruhig, zwei so schwarzwälder Dilldappen am Anlegesteg rumlungen zu haben. Als wir dann länger als eine Stunde da rumhingen waren sie überzeugt von unserer Harmlosigkeit und nahmen den normalen Betrieb wieder auf.

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Hier wird alles gedealt und gehandelt. Nach ca. 3 Stunden brach mal kurz Hektik aus, als ein Trupp der französischen Polizei mit dem Auto kam und eine Razzia veranstaltete. Das war sehr lächerlich, die Schmuggler sind auf ihre Boote und haben ein paar Meter abgelegt, die Polizei wollte keine nassen Füße bekommen, hat alle ein wenig beschimpft und ist dann abgefahren. Keine 10 Minuten später war wieder der normale Betrieb.

Cayenne

Ja, wir sind angekommen. Am ersten Abend haben wir nur noch etwas zu essen gesucht und sind dann in unser Bett gefallen. Am nächsten Tag haben wir Cayenne entdeckt. Man spürt die „europäische“ Hand, die Straßen sind sauber und in gutem Zustand, irgendwie wirkt alles vertrauter und regulierter als in Suriname. Aber ein wenig vermissen wir das bunte Treiben schon und die Preise entsetzen uns schlichtweg. Wir verstehen den großen Anreiz, hierher Schmuggelware zu schleusen, das Preisgefälle ist enorm. Trotzdem haben wir zwei schöne Entdeckertage und das versöhnt uns mit den Strapazen. Wir wissen, dass wir diesen Weg nie mehr nehmen werden, darum halten wir die Augen offen, wir werden hier nie mehr sein.

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Neat and tidy, auch in perfektem Anstrich

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Es sieht alles ein wenig gepflegter aus

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Auch hier gibt es einen Markt, total übersichtlich und organisiert, irgendwie habe ich sogar den Eindruck die Gerüche halten sich zurück

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Na, jetzt brauchen wir nichts mehr

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Ein Vogelmann auf dem Weg zum Trillerwettbewerb mit seinem Schützling, der Vogel singt, der Mann macht was her

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Na gut, in den Nebenstraßen verwischt der Eindruck am Fischfilletierstand

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Markt in Ordnung

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Hier hatten wir den ersten Kontakt zur vietnamesischen Suppe Pho, köstlich

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Alles ganz aufgeräumt

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Abflug vom internationalen Flughafen Cayenne-Rochambeau