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Kultur – Poetry Slam

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Poetry Slam – Julia Engelmann

Vorweggesteller Nachtrag: Plötzlich war Julia Engelmann auf allen Kanälen. Natürlich nicht, weil ich dies hier geschrieben hatte, es ergab sich so. Die hohe Aufmerksamkeit in den Netzwerken brachte das TV auf den Plan und überall gab es Julia Engelmann.
Dann brach plötzlich die Gegenströmung los und es begann wiederum in den Kanälen ein regelrechtes Julia-Bashing. In einer emotional geführten Debatte wurde auf dem Text und leider auch auf der Person herumgehackt.
Es schien keine Trennung mehr zwischen Werk und Künstler zu geben, es wurde persönlich und ein einfaches „Mir gefällt es nicht“ genügte nicht mehr. Dabei scheint mir doch auch das ein Grundwert unseres Zusammenlebens, dass mir etwas gefallen kann, was jemand anderen nicht gefallen muss.
Und, uhhh, voll Retro, beide haben ein Recht auf eine eigene Meinung ohne entwürdigt zu werden.
Mir gefällt es noch immer und als Tipp: Wem es nicht gefällt, einfach kein zweites Mal anschauen.

 

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Julia Engelmann beim 5. Bielefelder Hörsaal-Slam 2013
Beeindruckend, die junge Frau, schaut mal rein, hat die Qualität für ein Poetry-Mantra, ein schöner Text zu Mut und Lebenssinn. Bei facebook tauchte dieser Film plötzlich auf allen Kanälen auf, der Text hat wohl in den meisten Menschen etwas angetickert und viele haben geteilt.

Vielleicht der Beginn einer Karriere durch Social Media? Habe mal bei YouTube gestöbert und auch frühere Texte von Julia Engelmann gefunden. Man sieht eine richtige Entwicklung, inhaltlich und im Auftritt. Bleibe gespannt, hier der Text:
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„Du solltest jeden Tag wertschätzen, was du tust, denn schließlich tauscht du einen Tag Leben dafür ein“
Und noch der Song, auf den Sie sich bezieht (siehe auch Nr. 18_13 in der Kategorie „Song der Woche“):

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Poetry Slam IV – Städtebattle im Tanzsaal Friedrichsbau

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Eine neue Form des Poetry Slam, diesmal im Tanzsaal des Friedrichsbaus, ein Städtebattle zwischen je vier Slammern aus Freiburg und Bamberg.

Auf Freiburger Seite wieder Tobias Gralke mit zwei Texten, ein echter Poet. Sophie Passmann ist mit von der Partie, allerdings habe ich wieder einmal Schwierigkeiten Sie zu verstehen, Stimmlage zu hoch und sie nuschelt.

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Überhaupt, bei mir will zum ersten Mal beim Poetry Slam keine Stimmung aufkommen. Wir sind alle müde, gestern hatte ich Geburtstag und wir haben zusammen gefeiert, der heutige Abend hatte schon bei der Planung einen sportlichen Ansatz, eigentlich bräuchten wir einen Abend auf der Couch.

Zudem passt der Saal nicht, er hat weder das ehrwürdige Ambiente des Theaters noch die Urspünglichkeit einer Kneipe. Ein Teil des Saales ist bestuhlt, die Flügeltüren zum Außenbereich bleiben offen. Es ist kalt, zieht wie die berühmte Hechtsuppe, während der Vorträge beschließt das Personal Aufräumarbeiten im Flaschenregalt und es klappert und scheppert unentwegt.

Selbst beim Moderator, Sebastian 23, will kein Enthusiasmus aufkommen.

Kurz gesagt, wir haben es probiert, aber heute kein Gefühl der Begeisterung, ein ander Mal wieder…

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Poetry Slam III – Dead Or Alive (Stadttheater)

25. April 2013, 20 Uhr

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Und hier ein wunderarer Slam. Im angestammten Revier. Stadttheater. PLATZKARTEN! für 12 €, jeden Cent wert. Ich war schon letzten Herbst, der Slam findet bereits zum fünten Mal im Großen Haus statt (Danke liebes Stadttheater, dass du so viel unterschiedlicher Kultur Raum gibst).

 

Vor dem Slam ungewöhnliche Szenen rund um das Theater. Auch bei normalen Vorstellungen gehen die Menschen heute nicht mehr in Abendrobe und und in den 30 Jahren, die ich immer wieder im Stadttheater bin, hat sich der Kleidungsstil völlig gelockert. Aber jetzt sind die Regeln komplett ausgehebelt, schon auf dem Vorplatz gleicht das Publikum eher einem Partyvolk, hoher Geräuschpegel,  beim Hineingehen sind alle Kontrollen und jedes Thema zu Taschengrößen, Getränken etc. hinweggewischt, im Innenraum liegen Jacken und Pullover über Geländer und Sitzen und aufgeregte Spannung und Geschnatter bestimmt die Athmosphäre.

 

Heute gelten auch für den Slam besondere Regeln, fünf Slammer treten gegen fünf Schauspieler an, die ausgewählte Texte toter Poeten vortragen (siehe Programm weiter unten). Die Toten dürfen auch mit Requisite arbeiten, sonst beim Slam nicht zugelassen, um die Chancen zu verbessern.

Hier eine Rückschau auf den Auftritt der „Toten“ im letzten Jahr…

Jeweils ein „Lebender“ und ein „Toter“ treten gegeneinander an, abgestimmt wird wie beim Slam üblich von den vorher ausgewählten Wertungsgruppen mit Punkten zwischen 0 und 10. Am Ende gibt es ein Stechen zwischen den Punktbesten jeder Gruppe, hier kann dann das Publikum durch Applausstärke entscheiden.

Man endeckt dabei nicht nur die Texte der Alive-Gruppe (die hier auch schon ein breiteres Altersspektrum und Texte bietet, die die Pubertät weit hinter sich gelassen haben) sondern auch bisher unbekannte tote Poeten oder unbekannte Facetten derselben. Erich Kästner trägt Texte vor, die mir gänzlich unbekannt und in ihrem Inhalt wirklich weit weg vom fliegenden Klassenzimmer sind.

Ein wunderbares Spektakel, beim nächsten bin ich unbedingt wieder dabei.

 

Anke Fuchs – Abstand

René Sydow – Mundraub

 Tobias Gralke – Zeichensprache